Case Report

Wirbelsäule: Klein und gefährlich

Kleine Veränderungen in den Bilddaten können auf schwerwiegende Erkrankungen hinweisen. Der aktuelle Fallbericht zeigt, wie ein kleines Detail über das weitere Leben entscheidet.

In diesem Fall klagte ein junger Mann über Rückenschmerzen. Der behandelnde Orthopädie schickte ihn mit dem Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall zur Magnetresonanztomographie (MRT) der Lendenwirbelsäule. Mit dem MRT kann man sehr gut die Bandscheiben, die Wirbelkörper, das Rückenmark oder den Spinalkanal beurteilen. 

Die MRT-Bilder zeigen allerdings keinen Bandscheibenvorfall. Und auch sonst sind keine Veränderungen abgrenzbar, die man für Rückenschmerzen verantwortlich machen könnte. Es sind allerdings in der rechten Niere (vom Patienten aus betrachtet und auf der linken Seite von Abb. 1) Signaländerungen nachweisbar, die einer Nierenzyste ähneln, aber nicht ganz typisch sind.

Damit stand der Verdacht eines Nierenzellkarzinoms im Raum, der weiter abgeklärt wurde. Der Verdacht wurde durch das CT erhärtet (Abb. 2). Der Patient wurde operiert und der Tumor entfernt (Abb. 3). Die histologische Gewebeuntersuchung bestätigte die Diagnose eines Nierenzellkarzinoms - ein hochmaligner Tumor, der unerkannt schnell wächst und sich im Körper ausbreitet.

Dieser Fall zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, sämtliche Areale einer bildgebenden Untersuchung zu analysieren - auch dann, wenn sie nicht Teil der eigentlichen Fragestellung sind. 

Dazu ist neben der entsprechenden Expertise insbesondere die verfügbare Zeit pro Befund ein grundlegender Faktor, der es überhaupt erst ermöglicht, die Daten über die eigentliche Fragestellung hinaus zu begutachten. Radiologic Reviews räumt dem Faktor Zeit einen hohen Stellenwert ein, denn nur so können wir unser Credo realisieren: Wir von Radiologic Reviews sehen das ärztliche Handeln als Kunst an.