Die Vermessung des Gehirns

Die Möglichkeiten der Magnetresonanztomographie (MRT) für die Beurteilung einzelner Körperregionen sind fantastisch. Weil die Neurobildgebung unser besonderes Faible ist, möchten wir das Potential der MRT am Gehirn erklären.

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von Radiologic Reviews-Team

19.01.2022

Dreidimensionales MRT des Gehirns in seitlicher Ansicht

Arten der Bildgebung

Unser Faible ist Neurobildgebung. Daher möchten wir die fantastischen Möglichkeiten der Magnetresonanztomographie (MRT) für die Beurteilung einzelner Körperregionen am Gehirn erklären. 

Die MRT kommt ohne Röntgenstrahlen aus und ist in der Lage, das Hirngewebe sehr genau darzustellen. Die MRT kann grob in drei Arten der medizinischen Bildgebung gegliedert werden: Die strukturelle, die biologische und die funktionelle MRT.


Strukturelle Bildgebung

In diesem Beitrag geht es um die strukturelle MRT, mit der wir besonders gut die einzelnen anatomische Regionen des Gehirns beurteilen können. Die Darstellung des Gehirns im strukturellen MRT entpsricht der Anatomie des menschlichen Körpers (anders kann das beispielsweise beim biologischen MRT sein).


Diagnostik

In der klinischen Routine werden zur strukturellen MRT oftmals sogenannte T1- oder T2-gewichtete Sequenzen mit hoher lokaler Auflösung. Die entsprechenden medizinischen Bilder zeigen sehr gut die unterschiedlichen Teile des Gehirns, wie die Hirnrinde (Cortex, dort befinden sich die Nervenzellen), die Faserverbindungen zwischen den Nervenzellen (subcortikale weiße Substanz) oder die sogenannte tiefe graue Substanz (dazu gehören die beispielsweise die Basalganglien, die für die Ausführung von Bewegungen wichtig sind). Und natürlich auch krankhafte Veränderungen dieser Strukturen. 

Mit den strukturellen Bilddaten lassen sich auch quantitative Aussagen treffen. Dazu gibt es wissenschaftlich hervorragend etablierte Algorithmen zur Daten-Nachverarbeitung. So kann beispielsweise das Volumen des Gehirns bestimmt werden. Das Gehirn kann auch in seine Einzelteile zerlegt werden (man nennt das Segmentieren). Und diese Einzelteile kann man natürlich ebenfalls ausmessen. Beispielsweise kann die Dicke der Hirnrinde oder das Volumen des Liquorsystems berechnet werden (der Liquor ist eine Flüssigkeit, die das Gehirn umgibt). Strukturelle Veränderungen des Gehirns können bei degenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer Demenz oder chronisch-entzündlichen Veränderungen wie der Multiplen Sklerose auftreten. Bei diesen Fragestellungen kann eine strukturelle MRT mit Volumenbestimmung des Gehirns die Diagnostik unterstützen.


Benötigen Sie eine strukturelle Auswertung?

Haben Sie Fragen oder möchten Sie eine quantitative Analyse Ihrer strukturellen MRT-Daten? Dann kontaktieren Sie uns einfach unter [email protected]. Radiologic Reviews hat langjährige Erfahrung und international anerkannte Expertise auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Bild-Nachverarbeitung. PD Dr. A. Biller und Kollegen haben beispielsweise die Veränderungen des Hirnvolumens nach nächtlichem Dursten und den Effekt simulierter großer Höhen auf das Gehirn beschrieben.